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Studentenwohnheim, WG oder Mikroapartment? Studierende in Großstädten sind oft in Wohnungsnot

Deutschland ist eine der spitzenmäßigen Studiendestinationen in Europa. Studierende aus aller Welt setzen ihr Vertrauen in deutsche Hochschulen. Allerdings stehen sie vor einem großen Problem: Insofern sich die Anzahl der ankommenden Studierenden mit jedem Jahr drastisch erhöht, ist es in den meisten großen Studentenstädten im Land schwierig geworden, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Heute sind rund vier Prozent der Landesbevölkerung Studierende, aber es sind nicht genügend Plätze vorhanden, um alle von ihnen unterzubringen. Die derzeitige Kluft zwischen Angebot und Nachfrage bei Studentenunterkünften befördert einen großen Preisdruck, der dazu führt, dass sich die Preise weiter erhöhen. Das Ziel dieses Artikels besteht darin, die Lage der Wohnungsnot in Bezug auf Studentenunterkünfte in der Bundesrepublik Deutschland zu erörtern, indem zum einen die Faktoren, die zu der gegenwärtigen Krise geführt haben, eruiert werden. Zum anderen werden verschiedene Formen von Unterkunftsmöglichkeiten beschrieben sowie deren Vor- und Nachteile abgewogen mit dem Ziel, angehenden Studierenden dabei zu helfen, die richtige Entscheidung für sich zu treffen.

Student dormitory, shared apartment or microflat? Housing shortage is a frequent issue for students in big cities

Deutschland: eine Weltklasse-Bildung, keine Studiengebühren, aber hohe Mietpreise für Studierende

Es ist kein Geheimnis, dass Deutschland über ein ausgezeichnetes Bildungssystem verfügt, in dem von Studierenden niedrige beziehungsweise gar keine Studiengebühren verlangt werden. Zusammen mit dem exzellenten Forschungsumfeld und dem hohen Ansehen deutscher Hochschulabschlüsse bei Arbeitgebern macht dies Deutschland zu einem der beliebtesten Studienorte weltweit. Nun ist es aber auch eine Tatsache, dass eine der größten Herausforderungen, denen Studierende entgegentreten müssen, mit ihrer Unterbringung zu tun haben. Die Suche nach einer erschwinglichen Bleibe in größeren Städten Deutschlands kann sich je nach dem Gebiet, in dem sich Studierende umsehen, als schwieriger denn je erweisen. Mit der jährlich steigenden Anzahl an Studierenden in Deutschland wächst das Problem der Wohnungsnot schnell und kontinuierlich.

Alleine zwischen 2017 und 2018 hat sich die Anzahl der Einschreibungen an deutschen Hochschulen um 20 Prozent erhöht. Deutschland ist das sechszehntbevölkerungsreichste Land der Erde, mit über 80 Millionen Menschen, davon vier Prozent Studierende. Im Jahre 2016 waren ungefähr 360.000 Auslandsstudierende in Deutschland registriert. Die Mehrheit davon interessiert sich für Großstädte wie Berlin, München oder Frankfurt, was ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage bei den dortigen Studentenunterkünften mit sich bringt. Diese wachsende Kluft treibt die Mietpreise von Studierenden nach oben. Die Studierenden sind gezwungen, in immer kleineren Zimmern und Wohnungen zu leben und zugleich immer mehr Miete zu bezahlen. Wer mit der Suche nach einer Unterkunft früher beginnt, hat höhere Chancen, eine schöne Bleibe zu einem vernünftigen Preis zu finden. Dies ist allerdings nicht immer der Fall.

Am meisten betroffen von dem Problem, eine bezahlbare Bleibe zu finden, sind Auslandsstudierende. Deutsche Hochschulen verschicken Zulassungsbriefe in der Regel sehr spät (ein bis zwei Monate vor Beginn des Studienjahres), daher bleibt Auslandsstudierenden nicht genug Zeit, um eine angemessene Recherche durchzuführen, um eine bezahlbare und schöne Bleibe zu finden. Hinzu kommt, dass zu dem Zeitpunkt, wenn sie beginnen, nach einer Unterkunft zu suchen, die meisten Plätze bereits belegt sind. So unterliegen Auslandsstudierende in deutschen Großsstädten derzeit sowohl einem Zeit- als auch einem Zeitdruck.

 

Die Mietpreise schießen in die Höhe: die 10 deutschen Städte mit den am schnellsten steigenden Mietpreisen für Studentenunterkünfte

Verschiedenen Umfragen zu Studentenunterkünften in der Bundesrepublik zufolge konnte in den letzten drei Jahren ein Rückgang an Mietobjekten für Studierende in deutschen Großstädten verzeichnet werden, während es zugleich einen großen Anstieg der Mietpreise gab. In Berlin stiegen zwischen 2017 und 2019 die Mietpreise für Studentenunterkünfte um fast 20 Prozent. 

Gegenwärtig müssen Studierende in der deutschen Hauptstadt ungefähr 390 Euro monatlich für ein Zimmer mit einer Größe von 22 bis 30 m2 bezahlen, während sie vor zwei Jahren noch zwischen 320 bis 330 Euro dafür bezahlt haben. In Frankfurt zahlen Studierende für die gleiche Wohneinheit über 500 Euro im Monat. Die teuerste Studentenstadt ist allerdings das schöne München, wo Studierende im Durchschnitt 600 Euro im Monat für eine Studentenunterkunft zahlen müssen. In Stuttgart und Hamburg rangieren die Preise zwischen 460 und 490 Euro monatlich für ein Studentenzimmer.

Hier sind die zehn Städte, in denen Studierende es am schwersten haben, eine erschwingliche Unterkunft zu mieten:

 

  1. München
  2. Frankfurt
  3. Hamburg
  4. Bamberg
  5. Stuttgart
  6. Freiburg
  7. Darmstadt
  8. Berlin
  9. Tübingen
  10. Konstanz

 

Die Extremsituation mit den Mietpreisen für Studentenunterkünfte in vielen deutschen Großstädten erzeugt einen großen Druck für internationale wie nationale Studierende. Infolgedessen wohnen einige einheimische Studierende während des Studiums weiterhin bei ihren Eltern.

 

Die Top 10 der deutschen Städte, in denen erschwingliche und verfügbare Unterkünfte noch möglich sind

Mietpreise sind ein sehr wichtiger Aspekt bei der Auswahl einer Bleibe. Dabei ist die Stadt, die man auswählt, bereits ein Indikator für die Höhe der monatlich zu zahlenden Miete. Während der Mietpreis für manche kein großes Problem darstellen mag, müssen andere Studierende dies sorgfältig vorab berücksichtigen. Wenn beispielsweise ein Studierender in München studiert und wohnt (wie bereits erwähnt, ist München die Stadt mit den höchsten Mietpreisen), dann wird er oder sie ein Vermögen für Unterkunft und Lebenshaltungskosten im Allgemeinen ausgeben.

Da sich je nach Region und Stadt jedoch die Mietpreise für Studentenunterkünfte in Deutschland stark unterscheiden, gibt es immer noch gewisse Orte, wo es möglich ist, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. In der barocken Stadt Dresden zahlen Studierende für ein Zimmer in der Regel durchschnittlich 230 bis 250 Euro im Monat, also zweimal weniger als was Studierende in Frankfurt am Main oder Hamburg zahlen. In Jena kann man damit rechnen, rund 260 Euro monatlich für eine Studentenunterkunft auszugeben, während in Halle der Preis bei 270 Euro liegt.

 

Nachstehend seien die zehn erschwinglichsten Studentenstädte in Deutschland hinsichtlich der Mietpreise für Studentenunterkünfte aufgeführt.

 

  1. Bielefeld
  2. Krefeld
  3. Dresden
  4. Jena
  5. Halle
  6. Passau
  7. Frankfurt (Oder)
  8. Kiel
  9. Kaiserslautern
  10. Leipzig

Nach einer anständigen und gründlichen Recherche zu den verschiedenen Regionen und Städten in Deutschland, die auch die ungefähren monatlichen Kosten für Miete etc. berücksichtigt, ist die Zeit für die entscheidende Frage gekommen: Welche Art von Studentenunterkunft ist die angemessenste, erschwinglichste und am leichtesten zu findende am jeweiligen Studienstandort?

 

Studentenwohnheim oder privates Wohnen? Formen der Studentenunterkunft in Deutschland

Was Unterkünfte angeht, stehen Studierenden in Deutschland mehrere Optionen zur Auswahl. Die wichtigste Entscheidung, die man treffen muss, ist die zwischen einem Studentenwohnheim und einer Privatunterkunft. Selbstverständlich gibt es verschiedene Arten privater Mietunterkünfte in der Bundesrepublik, und jede Art der Studentenunterkunft in Deutschland hat ihre Vor- und Nachteile. Beginnen wir zunächst mit der bekanntesten.

 

  • Studentenwohnheime

Studentenwohnheime sind die beliebteste Wahl unter Studierenden, wenn es um Unterbringung geht. In den meisten Fällen bewohnt jeder Studierende sein eigenes Zimmer, während Küche und Bad mit mehreren Studierenden auf einer Etage geteilt werden. In der Regel befinden sich Studentenwohnheime in Deutschland im Besitz des Studentenwerks und werden von diesem auch unterhalten. Somit sind die deutschen Hochschule nicht dafür zuständig, die Unterbringung von Studierenden zu organisieren.

 

Vorteile

 

Der größte Vorteil des Wohnens in Studentenwohnheimen ist, dass sie als die günstigste Art der Studentenunterkunft im Land gelten. Interessierte sollten sich vorab über die Webseite des örtlichen Studentenwerks an der jeweilgien Hochschule bewerben. Hinzu kommt, dass man in einem Studentenwohnheim stets von Gleichaltrigen umgeben ist. Durch das Leben mit verschiedenen Menschen sind die Chancen viel höher, starke und lebenslange Freundschaften zu schließen. Allerdings ist das Finden eines Platzes in einem Studentenwohnheim nicht unbedingt ein Spaziergang.

 

Nachteile

Im Unterschied zu anderen Hochschulen teilen deutsche Hochschulen Studentenunterkünfte nicht automatisch zu, und in der Regel gibt es eine lange Warteliste für all jene, die ein Zimmer erhalten möchten. Tatsächlich leben nur rund 40 Prozent der internationalen Studierenden in Deutschland in Studentenwohnheimen. Die Verfügbarkeit in den Studentenwohnheimen richtet sich in der Regel nach dem First-Come-First-Serve-Prinzip, weshalb man sich frühestmöglich bewerben sollte, um höhere Chancen zu haben, dort wohnen zu können. Eine Garantie gibt es aber nicht.

Jeder, der die Option in Erwägung zieht, in einem Wohnheim in Deutschland zu leben, sollte beachten, dass man sich seine Mitbewohner nicht aussuchen kann. Man kann großes Glück haben, von seinen neuen Mitbewohnern angenehm überrascht oder absolut enttäuscht sein.

 

  • Wohngemeinschaften (WGs)

Studierende, die keinen Platz in einem Studentenwohnheim in Deutschland erhalten, oder all jene, die lieber irgendowanders wohnen möchten, entscheiden sich stattdessen für eine Wohngemeinschaft. Tatsächlich sind Wohngemeinschaften eine sehr beliebte Wohnoption unter Studierenden. Das Spektrum von Wohngemeinschaften reicht von sehr großen Sechs-Zimmer Häusern bis zu Drei-Zimmer-Appartements, in denen mehrere Studierende oder junge Menschen, die gerade ihre Karriere starten, sich Küche, Bad sowie die monatliche Miete teilen.

 

Vorteile

Bei der Entscheidung für eine Wohngemeinschaft hat man die Option, seine potenziellen Mitbewohner zunächst kennenzulernen, bevor man tatsächlich bei ihnen einzieht. Zudem bieten private Apartments Studierenden in der Regel mehr Platz, das heißt ein größeres Schlafzimmer, ein Wohnzimmer, in dem alle zusammenkommen und etwas unternehmen können, sowie bessere Kochbedingungen in der Küche.

 

Nachteile

Private Studentenunterkünfte in Deutschland sind sicherlich teurer und zugleich schwieriger zu finden. In Deutschland leben fast drei Millionen Studierende, weshalb es länger dauern kann als erwartet, eine geeignete und bezahlbare Bleibe zu finden. Die Zimmer sind stark umworben. Interessierte müssen im Vorfeld eine gründliche Recherche betreiben, um ein Chance zu haben, einen Platz zu finden. Und selbst wenn man das Glück hat, einen schönen Platz zu bekommen, dann kann immer noch der Preis ein Problem darstellen. Wer sich beispielsweise für ein Studium in Frankfurt am Main, Berlin oder Stuttgart entscheidet, wird in den meisten Fällen zwischen 320 und 550 Euro für ein Einzelzimmer in einer Wohgemeinschaft zahlen.

 

  • Mikroapartments

Insofern die Preise für Mietwohnungen drastisch steigen und mehr als 20 Euro pro Quadtratmeter kosten, sind Studierende gezwungen, weit weg von der Hochschule oder sogar in einer Nachbarstadt zu wohnen, damit sie sich die Miete leisten können. In einem Vorstadtgebiet oder sogar in einer anderen Stadt außerhalb der Hochschule und Studentenwohnheime zu leben, ist nicht sehr praktisch, ganz abgesehen davon, dass dadurch auch das Sozialleben der Studierenden betroffen ist. Mikroapartments sind der neueste und beliebteste Trend unter Studierenden sowie jungen Berufstätigen, die in einer großen Stadt unweit vom Stadtzentrum leben möchten. Trotz ihrer geringen Größe – in der Regel zwischen 19 und 22 m2 – bieten Mikroapartments Studierenden die großartige Gelegenheit, privat in großen Studentenstädten in Deutschland zu wohnen. Mikroapartments sind mit sämtlichen Funktionalitäten ausgestattet sind, über die ein normales bewohnbares Apartment verfügt, nur dass alles auf einem deutlich geringeren Raum Platz findet.

 

Vorteile

Wer lieber alleine leben möchte, für den sind Studentenwohnheime oder Wohngemeinschaften definitiv keine Option. Und einen Platz für nur eine Person in größeren deutschen Städten zu finden, der auch noch nahe am Stadtzentrum gelegen ist, ist praktisch unmöglich. Zudem berechnet sich der Mietpreis üblicherweise nach dem Quadtratmeter unter zusätzlicher Berücksichtigung der Lage – je geringer die Fläche, desto geringer der Preis. Das ist aber noch nicht alles. Da die Wohnfläche begrenzt ist, müssen Studierende nicht viel für Heizen und Kühlen ausgeben, und aus dem gleichen Grund können sie sich unnötige Einkäufe sparen, den es gibt nicht genug Platz, um unnötige Dinge zu halten.

 

Nachteile

Ein Mikroapartment ist in der Regel dafür gedacht, nur eine Person unterzubringen. Alleine zu leben, ist aber bisweilen langweilig, insbesondere für Studierende, die in ihren 20ern sind , ihre besten Jahren erleben und so viele Erinnerungen wie möglich sammeln möchten. Unterhaltung in einem derartig kleinen Zuhause, das auf das Wesentliche reduziert ist, zu bekommen, kann eine Herausforderung sein. Im Sommer kann man immer noch nach draußen gehen, Spaß haben und Leute kennenlernen, aber ein kaltes Wetter kann Studierende dazu zwingen, überwiegend zu Hause zu bleiben, in welchem Fall die “Gästeliste” aufgrund der geringen Wohnfläche begrenzt ist.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass Mikroapartments immer noch als neue Erscheinung gelten und daher nicht billig sind. In großen Studentenstädten wie Berlin und Frankfurt am Main kostet ein Mikroapartment zwischen 400 und 500 Euro im Monat. Studierende, die während ihres Studiums nicht arbeiten, müssen sich an ein bestimmtes Budget halten, weshalb Mikroapartments für sie wahrscheinlich nicht die optimale Option sind.

 

Fazit

Grundsätzlich ist der Preis definitiv ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung, wo man studieren möchte, aber das bedeutet nicht, dass Studierende unbedingt immer die günstigste Option wählen müssen. Manchmal sind auch begrenzte und teure Unterkünftsmöglichkeiten sowie höhere Lebeshaltungskosten nicht genug, um Studierende zu entmutigen, ihre Träume zu verfolgen. 

Ein Großteil des Problems mit der Wohnungsnot in Bezug auf Studentenunterkünfte in Deutschland liegt in dem Umstand begründet, dass es nicht genügend Plätze gibt, um die steigende Anzahl an Studierenden in deutschen Großstädten unterzubringen. Außerdem gibt es nicht genügend Plätze, die tatsächlich geeignet sind, um speziell Studierende unterzubringen, wie Studentenwohnheime oder größere Mietwohnugnen für Studierende mit zwei oder mehr Zimmern. Tatsächlich bestehen nur circa 30 Prozent dieser Art von Wohnräumen in großen Studentenstädten in Deutschland.

Für das Problem der Wohnungsnot in Deutschland gibt es zwar keine schnelle oder einfache Lösung, aber eine offene Einstellung gegenüber neuen und kreativen Studentenunterkünften wie Mikroapartments können etwas dazu beitragen, dass deutsche Großstädte die steigende Anzahl an neuen Studierenden, die nach einer Bleibe suchen, bewältigen können.

 

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