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Zum Kick-Off des neuen Jahres: Wird 2021 für die akademische Welt ein Jahr der guten Vorsätze oder der Furcht?

Mit dem Ausbruch der Pandemie im März 2020 ist die Welt in eine neue Phase eingetreten, in der das „normale Leben” vorerst zurückgestellt ist. Zusammen mit den vielen Sektoren und Branchen, die durch die Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus beeinträchtigt wurden, wurde auch die akademische Welt beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen und erleidet Konsequenzen, die das traditionelle Bildungskonzept für immer verändern könnten. Dieser Artikel befasst sich mit den Veränderungen im Bildungssystem seit Ausbruch der Pandemie sowie den potenziellen Folgen für den Hochschulbetrieb im Jahr 2021.


Ein Rückblick auf das Jahr 2020

 

Insofern das Neue Jahr nun schließlich da ist, nutzen wir die Gelegenheit, um einen Blick darauf zu werfen, was 2020 passiert ist, und die Folgen der COVID-19-Bekämpfungsmaßnahmen zu evaluieren. Zweifellos war 2020 für die gesamte Menschheit ein schweres Jahr, hat sich das Leben der Menschen in den letzten zwölf Monaten doch gewaltig verändert. Seit der Verkündung der Pandemie im März 2020 wurde eine neue Realität eingeleitet, die das „normale Leben” vorerst aufgehoben hat. Neben dem Gesundheitsaspekt hat die beispiellose Reichweite der Pandemie auch zu ernsthaften Schäden in der Weltwirtschaft geführt und dafür gesorgt, dass viele Menschen aufgrund von Entlassungen, Schließungen von Firmen und Einkommensverlust in Angst um ihre Existenz leben. Unter den Branchen und Sektoren, die vor schweren Herausforderungen stehen, zählt der Bildungsbereich zu denjenigen, die mitunter am stärksten betroffen sind. Studierende, Schüler und Lehrende zählen wegen der Schließung von Schulen, Hochschulen und Universitäten sowie der Einführung von Fernunterrichtsmethoden zu den anfälligsten Gruppen. Im Folgenden schauen wir uns einige der bedeutenden Konsequenzen an, die sich für die Bildung aus den 2020 umgesetzten Maßnahmen ergeben haben, und versuchen einzuschätzen, was das neue Jahr für die Hochschulbildung bereithält.

 

Unterbrochenes Lernen: Die COVID-19-Maßnahmen und ihre Folgen für das Bildungssystem

 

Einer der wichtigen Durchbrüche in der akademischen Welt in den letzten Jahren ist sicherlich der Übergang zur Digitalisierung. Die Bildungssysteme auf der ganzen Welt wurden dazu gezwungen, neue Verfahren durch Online-Lernen zu implementieren und dabei die bestehende Qualität beizubehalten. Obgleich dieses Ziel angesichts der neuen Instrumente und Möglichkeiten, die mit der Digitalisierung einhergehen, einfach zu erreichen scheinen mag, haben einige Personen schwerwiegende Probleme mit einer solchen Aufgabe. Lernende wie Lehrende finden sich in der paradoxen Lage wieder, in der die Bildungsinstrumente, die die Bildungserfahrung steigern sollen, sich tatsächlich in manchen Hinsichten für beide Seiten als einschränkend erweisen, indem sie neue Gefahren und Risiken mit sich bringen. Die Selbstisolationsanforderungen stellen zusammen mit dem Online-Lernen Lernende, die ansonsten an die traditionelle Lernumgebung gewohnt waren, vor neue Herausforderungen. Viele erleben eine psychische Krise, Mangel an Selbstvertrauen und Motivation sowie Depressionen. Nachstehend schauen wir uns diese und andere kritischen Punkte, die sich aus den sogenannten Bekämpfungsmaßnahmen ergeben, näher an.

 

  • Ungleicher Zugang zu Lernmaterialien

 

Zur effektiven Verhinderung der Ausbreitung des Virus haben zahlreiche Schulen, Hochschulen und Universitäten weltweit nacheinander ihre Türen geschlossen. Dies hatte unmittelbar Fernunterricht zur Folge, der zum Zeitpunkt des Ausbruches der Pandemie als ultimative Lösung angesehen wurde, um den Zusammenbruch des Bildungssystems zu verhindern. Deshalb haben die Bildungseinrichtungen ihn in ihre Studienansätze integriert. Doch dieser Ansatz hat seinen Preis gefordert. Zu den ersten Kehrseiten gehört der ungleiche Lernzugang, den über eine Milliarde Lernende weltweit erlebt haben. Dies liegt vor allem daran, dass insbesondere Lernende aus Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen keinen Zugang zum Internet haben, um an Online-Kursen und Online-Unterricht teilzunehmen. Sie waren schon längst vor dem Ausbruch der Pandemie in Sachen Gleichheit benachteiligt, was ihre Lage noch schlimmer macht als jene von Studierenden, die grundsätzlich besser mit digitalen Tools ausgestattet sind. Hinzu kommen Berichte von Lernenden mit einem besseren sozialen Hintergrund, wonach trotz des Vorhandenseins derartiger Technologien im Haushalt der Zugang deshalb begrenzt sind, weil andere Familienmitglieder sie bereits nutzen.

 

  • Abnahme der Leistungsfähigkeit von Studierenden

 

Neben dem ungleichen Zugang zu Lernmaterialien gibt es einen weiteren wichtigen Aspekt, der die Gesamtleistung von Studierenden in der COVID-19-Krise beeinflusst. Die plötzlichen Veränderungen, die sich infolge des Übergangs vom herkömmlichen Lernen zum E-Learning einstellten, haben zudem die Leistungs- und Lernfähigkeit von Studierenden beeinträchtigt. Einer der wesentlichen Unterschiede zwischen den zwei Formen der Bildung besteht darin, dass beim herkömmlichen Lernen sich die Lernenden an einen regelmäßigen Zeitplan halten, im Unterricht mehr aufpassen und aktiv an Diskussionen teilnehmen mussten, bei denen sie sich durch das gegenseitige Austauschen von Gedanken verbessern konnten. Beim Online-Lernen sind diese Aspekte jedoch nicht bzw. nicht vollständig vorhanden. Die Folge: der Verlust wichtiger Kompetenzen wie Konzentrationsfähigkeit, ein kritisches Denkvermögen sowie zwischenmenschliche und praktische Fähigkeiten. Hinzu kommt, dass manche Fachbereiche wie die klinische Medizin, Ingenieurwissenschaften oder auch die Kreativbereiche praktische Leistungen erfordern, die beim Online-Lernen nicht vorhanden sind. Infolgedessen neigen Studierende, die das traditionelle Lernen gewohnt sind, häufig zu mangelnder Motivation, was zu einer Abnahme der Leistungsfähigkeit, mehr Aufschüben und geringeren Ergebnissen führt.

 

  • Psychischer Stress

 

Ein weiterer Aspekt, das der normale Lernen von Studierenden gestört hat, ist der psychische Stress, den viele in den letzten Monaten erlebt haben. Das Verlassen des Campus zur Semestermitte kam für die meisten Lernenden wie ein Schock, da dies mit Selbstisolation und Wochen der Quarantäne einherging. Obzwar einige Studierende in ihren Heimatländern Studiengänge belegen und sich daher zu Hause bei ihren Familien befinden, hatten andere wie internationale Studierende nicht die Gelegenheit, in ihre Heimat sofort zurückzukehren und waren in einem fremden Land ohne Verwandte und Freunde auf sich allein gestellt. Das Gefühl, von seiner gewohnten Umgebung abgeschnitten zu sein, sowie der Mangel an sozialer Unterstützung sind für viele Studierende perfekte Voraussetzungen für eine psychische Krise. Während für einige die Umstellung zum E-Learning einfach sein mag, erleiden andere die schlimmsten negative Seiten davon – mit Auswirkungen auf ihr emotionales Wohlbefinden. Das Lernen in einem normalen Umfeld ermöglicht den Lernenden, die meiste Zeit miteinander oder mit den Lehrenden physisch zu interagieren, womit mehr soziale Aktivitäten, Echtzeit-Feedback und ein persönlicher Ansatz von den Lehrenden einhergeht, die die Studierenden motivieren und ihnen die Prüfungsangst nehmen können. Leider bietet das Online-Lernen diese Möglichkeit nicht ganz. Infolgedessen beklagen einige Studierende aufgrund der Einsamkeit und des Mangels an sozialen Interkation geistige Erschöpfung, Frust, Traurigkeit oder die Entwicklung von Angststörungen und Depressionen.

 

  • Finanzielle Belastung für Studierende

 

Der ökonomische Schock und die hohen finanziellen Kosten sind ebenfalls ein Aspekt, der den akademischen Fortschritt von Studierenden negativ beeinflusst hat, insofern zahlreiche Lernende und deren Familien mit enormer finanzieller Belastung und Ungewissheit zurückgelassen wurden. Obwohl erwartet wurde, dass Studierende mit niedrigem Einkommen zu den Hauptopfern der finanziellen Krise zählen würden, sehen sich Studierende aus anderen sozioökonomischen Verhältnissen bzw. deren Eltern mit den mehr oder wenigen gleichen Herausforderungen konfrontiert. Eine gewisse Studiengebühr zu zahlen und im Gegenzug eine qualitativ minderwertige Bildung zu erhalten, ist für viele Studierende ein Problem, insbesondere für jene, die an renommierten, privaten Hochschulen eingeschrieben sind.

 

  • Die Kehrseiten für Lehrende

 

Studierende und deren Eltern sind nicht die einzigen, die von den Veränderungen im Bildungssystem im Laufe des vergangenen Jahres betroffen waren. Um die Schwere der Folgen der Maßnahmen zur Bekämpfung der sogenannten Pandemie zu verstehen, müssen wir uns auch die Herausforderungen anschauen, mit denen die Lehrer konfrontiert sind. Digitale Kompetenz ist vermutlich das erste Problem, das bei jenen Lehrenden auftrat, die lernen mussten, mit neuen Tools und Technologien zu arbeiten. In anderen Teilen der Welt sind die Lehrenden weniger dazu imstande, sich die Vorteile der Digitaltechnologie vollständig zunutze zu machen, was wiederum zum ungleichen Zugang zu Lernmaterialien beiträgt. Zudem erleben selbst diejenigen Lehrenden, die über Grundkenntnisse im Umgang mit Digitaltechnologien verfügen, das Problem, Inhalte, die für das traditionelle Lernen bestimmt sind, an das Online-Lernen anzupassen. Hinzu kommt die Anforderung an Lehrende, die Studierenden auf ihre Produktivität, auf Betrug bei Prüfungen oder auch psychische Probleme infolge der abrupten Veränderung der Lernumgebung und der Selbstisolation hin zu kontrollieren. Darüber hinaus erleben auch viele Lehrende negative Auswirkungen auf ihr emotionales Wohlbefinden und sorgen sich darüber, dass sie möglicherweise nicht so produktiv und hilfreich für die Studierenden gewesen sind wie beim herkömmlichen Unterricht.

 

Trotz der Nachteile der Online-Bildung gehen Befürworter davon aus, dass sie das Potenzial zu einer großen Revolution in der Welt des zeitgenössischen Studierens hat. Doch wie ist das möglich angesichts der oben genannten Nachteile? Kann das E-Learning wirklich eine Wende einleiten? Im Fortgang werden wir erkunden, was 2021 für die akademische Welt bereithält.

 

Wiederherstellung und Umgestaltung: Was dieses Jahr zu erwarten ist

 

Aus dem bisher Gesagten geht hervor, dass der plötzliche Ausbruch der Pandemie zahlreiche Aspekte in der Welt der Bildung verändert hat. Im Laufe der vergangenen Monate sind viele Diskussionen über Online-Bildung entstanden bzw. darüber, ob es gut oder schlecht ist, dass sie voraussichtlich auch in diesem Jahr fortgeführt wird. Ungeachtet der Nachteile und Herausforderungen, mit denen die Bildung bislang konfrontiert ist, arbeiten die Bildungsinstitutionen hart daran, das System auf bestmögliche Weise zu transformieren, damit es in Krisenzeiten gleichermaßen effizient funktioniert. Gleichwohl ist es schwer, die Frage nach der Effizienz des E-Learning definitiv zu beantworten, da die situativen Einflussfaktoren unberechenbar sind und eine plötzliche Veränderung der Ereignisse jederzeit eintreten kann. Im Folgenden führen wir einige Experten-Einschätzungen an, um zu versuchen herauszufinden, was 2021 für die akademische Welt erwartet werden kann.

 

Die größten Risiken für die Bildung in 2021

In digitaler Hinsicht glauben Experten, dass eines der primären Themenaspekte in 2021 der Datenschutz sein wird. Insofern Lehrende zunehmend Social-Media-Tools, bezahlte Videodienste oder sogar Spiele im Bildungsprozess in Anspruch nehmen, steigt die Gefahr des Diebstahls persönlicher Daten, der Verbreitung von Spam sowie des Ausgesetztseins von Studierenden gegenüber unangemessenen Videos, Gewalt, beleidigenden Kommentaren und Cyber-Mobbing. Obgleich die jüngere Generation überwiegend aus technisch versierten Personen zu bestehen scheint, ist es immer eine gute Idee, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen gegen Phishing-Kampagnen, Ransomware und DDoS-Attacken zu treffen.

 

Trotz der Cyber-Anfälligkeit von Lernenden und Lehrenden wird das Online-Lernen weiterhin als Methode bestehen, so dass Studierende immer mehr Zeit von zu Hause bzw. ihren Laptops aus mit Studieren und der Teilnahme an Kursen verbringen werden. Das alleine birgt ein weiteres Risiko, das von Bildungsbeauftragten bewältigt werden muss, nämlich der Mangel an physischer Teilnahme und realer Interaktion in Vorlesungen, Gruppendiskussionen, Seminaren und Workshops. Das Lernen mit anderen Menschen und der gegenseitige Ideenaustausch sind entscheidend für das Wohlbefinden und die akademische Weiterentwicklung der Studierenden.

 

Innovative Zukunft für Studierende in 2021

 

Fernstudium und digitale Bildung im Allgemeinen wird ganz sicher im gesamten Jahr 2021 und darüber hinaus weiterbestehen. Die Europäische Kommission hat sogar einen Plan vorgelegt, der die Integration der Digitaltechnologie in der Bildung für die nächsten 26 Jahre skizziert. Regierungen auf der ganzen Welt werden diesem Modell noch folgen und ähnliche Strategien entwickeln, um eine qualitativ hochwertige, zugängliche Bildung für Studierende weltweit zu bieten. Während sich die Welt an die neuen Veränderungen anpasst, die infolge der Umsetzung neuer Sicherheitsmaßnahmen eintreten, muss die akademische Welt stets bereit sein, bestmöglich zu reagieren, um Lernenden inklusive Ausbildungssysteme bereitstellen zu können. Digitale Technologien und E-Learning können in derartigen außergewöhnlichen Situationen einen Beitrag leisten, weshalb Schulen und Hochschulen auf der ganzen Welt dringend in Erwägung ziehen müssen, ihre Lehrmethoden daraufhin zu übertragen.

 

Mit der Etablierung der neuen Normen im Hochschulbetrieb werden immer mehr Veränderungen eintreten. Einige Experten prognostizieren für die weltweite Hochschulbildung eine Reform völlig neuer Lernmethoden sowie des Lehrprogramms. Die alten Unterrichtsräume werden zusammen mit den herkömmlichen Bildungsmodellen umgestaltet. Digitale Tools werden sich möglicherweise durchsetzen und den Präsenzunterricht reduzieren, um eine sichere Umgebung für Studierende und Lehrende zu schaffen.

 

Infolge der weiteren Verbreitung des E-Learning planen mehr und mehr Hochschulen auf der ganzen Welt, das Blended Learning in ihre Lehrprogramme einzubinden. Dieses neue Hybrid-Verfahren kombiniert E-Learning mit herkömmlicher Bildung und verschafft den Lernenden die Möglichkeit, mehr Kontrolle über ihre individuellen Lernerfahrungen zu übernehmen. Ein solcher Ansatz wird mehrere Vorteile wie niedrigere Studiengebühren und flexible Lernpläne mit sich bringen. Darüber hinaus werden Studierende einen deutlich größeren Zugang zu globalen Ressourcen und Materialien erhalten, die dazu beitragen, ihre Kenntnisse und Kompetenzen zu erweitern. Das Blended Learning soll Studierenden auch viele individuelle Vorzüge verschaffen, da sein selbststeuernder Charakter sich optimal sowohl für schnelle als auch langsame Lernende eignet, die das Stressniveau reduzieren sowie die Lernzufriedenheit steigern möchten. Manche glauben zudem, dass ein zunehmender Einsatz von Technologie zu immer mehr Anbietern der Hochschulbildung führen wird, die gegenüber traditionellen Hochschulen und Universitäten dominieren werden.

 

Die digitale akademische Welt wird weiter bestehen

 

Die akademische Welt ist im Begriff, einige gravierende Veränderungen zu durchlaufen und wird höchstwahrsheinlich die Wahrnehmung des Lernens und der Bildung für immer verändern. Obwohl der Übergang vom herkömmlichen Unterrichtsraum zum E-Learning bereits begonnen hat, werden Schulen, Hochschulen und Universitäten noch größere Veränderungen an ihren Lehrprogrammen und Bildungsverfahren vornehmen, während sich die Welt an die außergewöhnliche Situation anpasst. Lernende wie Lehrende werden lernen, sich Schritt für Schritt an die neuen Lernansätze und -verfahren anzupassen, bis sie allmählich in eine neue Welt der Bildung übergehen, in der auf die jungen Erwachsenen neue und aufregende Möglichkeiten warten. In jedem Fall müssen wir als Gesellschaft aus dieser Ausnahmesituation lernen, alle ihre Vor- und Nachteile erkunden sowie sie zu unseren Gunsten und zu unserem persönlichen Wachstum als Individuen einsetzen.

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